Edu-Couch #5: Prof. Dr. habil. Chris­toph Igel

Edu-Couch #5: Prof. Dr. habil. Chris­toph Igel

Prof. Dr. habil. Chris­toph Igel

Mit der Edu-Couch schafft das Insti­tut für digi­ta­les Ler­nen auf der Frank­fur­ter Buch­mes­se Raum für das The­ma digi­ta­le Bil­dung. Wir unter­hal­ten uns mit Exper­ten und machen es uns dabei gemüt­lich. Die Gesprä­che wer­den auf­ge­zeich­net und live von der Mes­se über­tra­gen.

Prof. Dr. habil. Chris­toph Igel ist wis­sen­schaft­li­cher Lei­ter des Edu­ca­tio­nal Tech­no­lo­gy Lab des Deut­schen For­schungs­zen­trums für Künst­li­che Intel­li­genz (DFKI) in Ber­lin. Bis heu­te ver­ant­wor­te­te er über 100 natio­na­le und inter­na­tio­na­le For­schungs­pro­jek­te zu tech­no­lo­gie­ba­sier­ter Bil­dung und Qua­li­fi­zie­rung in Wirt­schaft, Wis­sen­schaft und im Public Sec­tor.

Seit 2013 lei­tet Pro­fes­sor Igel die Exper­ten­grup­pe “Intel­li­gen­te Bil­dungs­net­ze” des Natio­na­len IT-Gip­fels der Bun­des­re­gie­rung. Er ist Gut­ach­ter in För­der­pro­gram­men u.a. des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Bil­dung und For­schung (BMBF) sowie des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Wirt­schaft und Ener­gie (BMWi), Sach­ver­stän­di­ger des Deut­schen Bun­des­ta­ges und Bera­ter von DAX-Unter­neh­men.

Von Chris­toph Igel wol­len wir wis­sen, was künst­li­che Intel­li­genz in Zukunft kön­nen soll­te und was uns das in Bil­dungs­zu­sam­men­hän­gen nut­zen kann.

Edu-Couch #5: Prof. Dr. habil. Chris­toph Igel

Edu-Couch #4: Ralph Mül­ler-Eiselt

Ralph Mül­ler-Eiselt

Mit der Edu-Couch schafft das Insti­tut für digi­ta­les Ler­nen auf der Frank­fur­ter Buch­mes­se Raum für das The­ma digi­ta­le Bil­dung. Wir unter­hal­ten uns mit Exper­ten und machen es uns dabei gemüt­lich. Die Gesprä­che wer­den auf­ge­zeich­net und live von der Mes­se über­tra­gen.

Ralph Mül­ler-Eiselt Jahr­gang 1982, befasst sich jeden Tag mit den gesell­schaft­li­chen Aus­wir­kun­gen, Chan­cen und Risi­ken der Digi­ta­li­sie­rung. Nach Sta­tio­nen an der Leu­pha­na Uni­ver­si­tät Lüne­burg und im Nie­der­säch­si­schen Minis­te­ri­um für Wis­sen­schaft und Kul­tur lei­tet er bei der Ber­tels­mann Stif­tung als Seni­or Expert das Pro­jekt „Teil­ha­be in einer digi­ta­li­sier­ten Welt“. Der Autor des bei DVA erschie­ne­nen Buches „Die digi­ta­le Bil­dungs­re­vo­lu­ti­on“ bloggt und twit­tert (@bildungsmann, @Bildung_Digital) über die Bil­dung von mor­gen.

Mit Ralph Mül­ler-Eiselt unter­hal­ten wir uns über die The­sen sei­nes erfolg­rei­chen Buchs “Die digi­ta­le Bil­dungs­re­vo­lu­ti­on

Edu-Couch #5: Prof. Dr. habil. Chris­toph Igel

Edu-Couch #3: Prof. Dr. Feli­ci­tas Mac­gilchrist

Feli­ci­tas Mac­gilchrist

Mit der Edu-Couch schafft das Insti­tut für digi­ta­les Ler­nen auf der Frank­fur­ter Buch­mes­se Raum für das The­ma digi­ta­le Bil­dung. Wir unter­hal­ten uns mit Exper­ten und machen es uns dabei gemüt­lich. Die Gesprä­che wer­den auf­ge­zeich­net und live von der Mes­se über­tra­gen.

Feli­ci­tas Mac­gilchrist lei­tet die Abtei­lung Schul­buch als Medi­um am Georg-Eckert-Insti­tut — Leib­niz Insti­tut für inter­na­tio­na­le Schul­buch­for­schung (GEI) in Braun­schweig und ist Pro­fes­so­rin für Medi­en­for­schung mit dem Schwer­punkt Bil­dungs­me­di­en an der Georg-August-Uni­ver­si­tät Göt­tin­gen. Sie forscht an der Schnitt­stel­le von Medi­en und schu­li­scher Bil­dung. Sie inter­es­siert sich ins­be­son­de­re für Medi­en­an­eig­nung, für die Media­li­tät und Mate­ria­li­tät von Bil­dungs­tech­no­lo­gi­en sowie für die gesell­schaft­li­chen Debat­ten zu neu­en Medi­en in der Bil­dung und twit­tert dar­über.

Mit Feli­ci­tas Mac­gilchrist unter­hal­ten wir uns über die Wirk­kraft digi­ta­ler Medi­en im Unter­richt und wie “digi­ta­le Bil­dung” in wis­sen­schaft­li­chen, bil­dungs­po­li­ti­schen und media­len Debat­ten dis­ku­tiert wird.

Edu-Couch #5: Prof. Dr. habil. Chris­toph Igel

Edu-Couch #2: Richard Hei­nen und Cora Küp­pers

Richard Hei­nen & Cora Küp­pers

Mit der Edu-Couch schafft das Insti­tut für digi­ta­les Ler­nen auf der Frank­fur­ter Buch­mes­se Raum für das The­ma digi­ta­le Bil­dung. Wir unter­hal­ten uns mit Exper­ten und machen es uns dabei gemüt­lich. Die Gesprä­che wer­den auf­ge­zeich­net und live von der Mes­se über­tra­gen.

Richard Hei­nen ist wis­sen­schaft­li­cher Mit­ar­bei­ter und Geschäfts­füh­rer am Lear­ning­Lab der Uni­ver­si­tät Duis­burg-Essen. In Schul­ent­wick­lungs­pro­jek­ten unter­stützt er Schu­len bei der sys­te­ma­ti­schen Inte­gra­ti­on digi­ta­ler Medi­en in den Schul- und Unter­richts­all­tag.

Sei­ne Toch­ter Cora Küp­pers (17) ist Schü­le­rin am Johann-Gott­fried-Her­der-Gym­na­si­um in Köln und nutzt Smart­pho­ne und Inter­net inten­siv für das Ler­nen in der Schu­le. Der Unter­richt in den Leis­tungs­kur­sen SoWi und Eng­lisch weck­te ihr Inter­es­se an der aktu­el­len Bil­dungs­po­li­tik.

Wenn ihr es span­nend fin­det, wel­che unter­schied­li­chen Stand­punk­te zur Digi­ta­li­sie­rung in der Bil­dung inner­halb einer Fami­lie dis­ku­tiert wer­den, dann seid ihr bei die­sem Ter­min genau rich­tig. Was denkt die Toch­ter über die Arbeit des Vaters und pro­fi­tie­ren die bei­den gegen­sei­tig von­ein­an­der?

Edu-Couch #5: Prof. Dr. habil. Chris­toph Igel

Edu-Couch #1: Sas­kia Esken

Sas­kia Esken

Mit der Edu-Couch schafft das Insti­tut für digi­ta­les Ler­nen auf der Frank­fur­ter Buch­mes­se Raum für das The­ma digi­ta­le Bil­dung. Wir unter­hal­ten uns mit Exper­ten und machen es uns dabei gemüt­lich. Die Gesprä­che wer­den auf­ge­zeich­net und live von der Mes­se über­tra­gen.

Sas­kia Esken ist seit 2013 Abge­ord­ne­te im Bun­des­tag und gehört dort unter ande­rem dem Aus­schuss für ‘Bil­dung, For­schung und Tech­nik­fol­gen­ab­schät­zung’ sowie dem Aus­schuss ‘Digi­ta­le Agen­da’ an. Die gelern­te Infor­ma­ti­ke­rin legt ihren Fokus beson­ders auf Inter­net und Kom­mu­ni­ka­ti­on sowie E‑Learning. Die drei­fa­che Mut­ter enga­gier­te sich außer­dem ehren­amt­lich in der Eltern­ver­tre­tung und war Stell­ver­tre­ten­de Vor­sit­zen­de des Lan­des­el­tern­bei­rats Baden-Würt­tem­berg.

Mit Sas­kia Esken unter­hal­ten wir uns über die poli­ti­schen Rah­men­be­din­gun­gen und ihre per­sön­li­che Visi­on für die Umset­zung digi­ta­ler Bil­dung in Deutsch­land: Wel­che grund­le­gen­den Ver­än­de­run­gen muss es in unse­rem Bil­dungs­sys­tem geben, damit Digi­ta­li­sie­rung an Schu­len funk­tio­nie­ren kann?

The poten­ti­als of digi­tal edu­ca­ti­on in India

The poten­ti­als of digi­tal edu­ca­ti­on in India

Once a year the Jump Start Fes­ti­val takes place in New Delhi and Ben­gal­uru. This year’s fes­ti­val took a spe­cial turn – from a forum for crea­tors of child­rens’ con­tent it deve­lo­ped to a plat­form for (digi­tal) edu­ca­tio­nal ques­ti­ons. I was invi­ted as a ‘digi­tal inno­va­tor’ to pre­sent an ‘edtalk – inno­va­ti­on in edu­ca­ti­on’ and to teach the mas­ter­class ‘Digi­tal Lear­ning Design’.

As I had never been to India befo­re, my know­ledge of the coun­try deri­ved from books and docu­men­ta­ries. Here are my first impres­si­ons of the coun­try, its peop­le and the edu­ca­tio­nal poten­ti­al. And yes, of cour­se, my view is limi­ted, the peop­le I met are the edu­ca­tio­nal éli­te and so on…

  • The con­cepts of skills based lear­ning and con­struc­tivism are well known and I dis­co­ve­r­ed inte­res­ting con­cepts of how the­se ide­as find their way into Indian schools – from dra­ma clas­ses to sin­ging expe­ri­en­ces.
  • The peop­le I met had a won­der­ful sen­se of humor and a capa­bi­li­ty of self-cri­ti­cism. Both are necessa­ry to make major chan­ges in edu­ca­ti­on.
  • Tog­e­ther we crea­ted chap­ters for a mul­ti­me­dia school­book (mBook) on Indian histo­ry. A task that requi­res know­ledge about theo­ry, con­tent, tech­no­lo­gy and design. Both mas­ter­clas­ses in Ben­gal­uru and Delhi were excep­tio­nal­ly moti­va­ted to deve­lop their task in the mas­ter­class in order to tell Indian histo­ry in a dif­fe­rent way. The results were extra­or­di­na­ry.
  • The peop­le have a necessa­ry and well deve­lo­ped skill of impro­vi­sa­ti­on: “No inter­net?” – “No pro­blem, we will find some work­around.”
  • This con­stant need for impro­vi­sa­ti­on is also a big impe­di­ment for fur­ther deve­lop­ment.
  • The com­bi­na­ti­on of a high moti­va­ti­on in edu­ca­ti­on, an excep­tio­nal opti­mism in the tech­ni­cal future and the will to impro­ve edu­ca­ti­on make India a very inte­res­ting digi­tal mar­ket for edu­ca­ti­on in the future.
  • If India will be able to get rid of the obsta­cles that still hold it back, the coun­try will wit­ness an excep­tio­nal edu­ca­tio­nal boost. And this edu­ca­tio­nal revo­lu­ti­on will be a digi­tal one.

To ela­bo­ra­te some of my views on the topic, I have added an inter­view with the Maga­zi­ne ‘Care­er 360’:

360: In what way is digi­tal lear­ning impac­ting the lear­ning land­s­cape?
Sochat­zy: Digi­tal lear­ning has a lot of poten­ti­al if you know how to use it and add value to it. Digi­tal solu­ti­ons per se have nor­mal­ly no advan­ta­ges. It can chan­ge the lear­ning land­s­cape into the direc­tion of col­la­bo­ra­ti­on, com­mu­ni­ca­ti­on and cri­ti­cal thin­king.

360: In the con­text of e‑learning, how will the inten­ti­on of the nar­ra­ti­on form a design stra­te­gy to bring in inno­va­ti­on?
Sochat­zy: Theo­ry and inten­ti­on form con­tent and con­tent forms tech­no­lo­gy and design. First you have to know why you want to tell a sto­ry, then deci­de what the sto­ry is about and only then you deci­de what media or what form of (digi­tal) publi­shing you will use. This order ensu­res the qua­li­ty and the­re­fo­re rele­van­ce of the con­tent. Digi­tal publi­shing solu­ti­ons and media should only be used if you can crea­te real added value for the users, in our case tea­chers and pupils.

360: What are the requi­re­ments of digi­tal lear­ning?
Sochat­zy: If I dream about an ide­al digi­tal lear­ning-envi­ron­ment it con­sists of the fol­lo­wing ingre­dients.

  1. well trai­ned and skil­led tea­chers who love to teach their sub­jec­ts and know how to use tech­no­lo­gy
  2. a school sys­tem that fos­ters crea­ti­ve and col­la­bo­ra­ti­ve lear­ning envi­ron­ments
  3. stu­dents with digi­tal skills and the metho­di­cal know­ledge who are able to crea­te and com­mu­ni­ca­te
  4. par­ents who are not afraid of the digi­tal future
  5. easy access to devices and inter­net

Only few schools have all the­se ingre­dients at the moment, but the num­bers are increa­sing.
Don’t let you stop by a imper­fect lear­ning sur­roun­ding. The more peop­le use the poten­ti­als of digi­tal lear­ning, the fas­ter we will be able to impro­ve edu­ca­ti­on.

360: You said, “Sel­dom­ly revo­lu­ti­ons begin at the top” in the con­text of brin­ging in digi­tal con­cepts in edu­ca­ti­on. Can you ela­bo­ra­te with examp­les from Ger­ma­ny?
Sochat­zy: Minis­tries and edu­ca­tio­nal aut­ho­ri­ties in Ger­ma­ny are very slow in sup­por­ting digi­tal lear­ning in schools. Many tea­chers and pupils are unhap­py about this situa­ti­on and begin chan­ging school on their own. This will hope­ful­ly beco­me a strong move­ment. Do not wait until the government sol­ves the pro­blem, start your own digi­tal edu­ca­ti­on revo­lu­ti­on from the bot­tom.

360: Is India pre­pa­red for a para­digm shift in lear­ning with the help of digi­tal lear­ning? What all needs to be put in place befo­re we can think of posi­ti­ve impact of digi­tal lear­ning in India?
Sochat­zy: A digi­tal and skills based lear­ning shift is a labor-inten­se task. But, are the­re rea­listic alter­na­ti­ves? I do not think so. Con­di­ti­ons for a digi­tal shift in edu­ca­ti­on are not ide­al in many pla­ces. But this can not be the argu­ment for not begin­ning a para­digm shift.
Just think about what chan­ged wit­hin the last 20 years. For the chan­ge in the next 20 years you have to be well pre­pa­red, other­wi­se the future will take place some­whe­re else. The basis for this chan­ge are well trai­ned tea­chers and a tech­ni­cal infra­st­ruc­tu­re. India has gre­at poten­ti­al to beco­me one of the important play­ers of the digi­tal future — if it does not miss to chan­ge edu­ca­ti­on as soon as pos­si­ble.

360: Any other idea you would like to ela­bo­ra­te on rela­ted to digi­tal lear­ning?
Sochat­zy: The digi­tal revo­lu­ti­on can not be tur­ned back. This is a fact we have to accept in edu­ca­ti­on. In the future, fac­ts based lear­ning will not help you, as fac­ts are instant­ly avail­ab­le ever­y­whe­re. What you will need are skills — skills to crea­te, to inno­va­te, to com­mu­ni­ca­te. Let us com­pre­hend the digi­tal revo­lu­ti­on as an oppor­tu­ni­ty to impro­ve edu­ca­ti­on and the­re­fo­re our lives.

Den „Träu­men sehr nahe“ gekom­men – mBook Bel­gi­en gewinnt digi­ta­len Son­der­preis ‘Schul­buch des Jah­res 2016’

Den „Träu­men sehr nahe“ gekom­men – mBook Bel­gi­en gewinnt digi­ta­len Son­der­preis ‘Schul­buch des Jah­res 2016

Am 18. März 2016 wur­de der für die Deutsch­spra­chi­ge Gemein­schaft in Bel­gi­en ent­wi­ckel­te mBook-Band „Das lan­ge 19. Jahr­hun­dert“ wäh­rend der Leip­zi­ger Buch­mes­se mit dem “Son­der­preis Schul­buch des Jah­res 2016” aus­ge­zeich­net. Die­ser wur­de in die­sem Jahr erst­ma­lig ver­ge­ben, um auf die zuneh­men­de Bedeu­tung des The­mas Digi­ta­li­sie­rung im Bil­dungs­we­sen hin­zu­wei­sen.

Das mBook — Schul­buch des Jah­res 2016

Prof. Dr. Eck­hardt Fuchs, der Direk­tor des Georg-Eckert-Insti­tuts für Inter­na­tio­na­le Schul­buch­for­schung, das den Preis in Koope­ra­ti­on mit der Bun­des­zen­tra­le für poli­ti­sche Bil­dung unter der Schirm­herr­schaft der Kul­tus­mi­nis­ter­kon­fe­renz ver­gibt, hob den „gro­ßen Nut­zen“ der aus­ge­zeich­ne­ten „Bil­dungs­me­di­en für das Leh­ren und Ler­nen in allen Lebens­be­rei­chen“ her­vor.

Prof. Pohl über das Ide­al­bild eines guten Schul­buchs

Die Jury unter Lei­tung von Prof. Karl Hein­rich Pohl wies mit Blick auf das digi­tal-mul­ti­me­dia­le Kon­zept des mBooks und des­sen Umset­zung dar­auf hin, dass „Grund­kri­te­ri­en“ his­to­ri­schen Den­kens wie „Mul­ti­per­spek­ti­vi­tät, Kon­tro­ver­si­tät, ‚offe­nes Geschichts­bild’ und ‚Über­wäl­ti­gungs­ver­bot’“ im mBook nicht nur „minu­ti­ös beach­tet“, son­dern auch „glän­zend umge­setzt“ wur­den. Über­zeugt habe zudem, dass der Kom­pe­ten­zen­er­werb „ganz unauf­dring­lich“ ange­legt sei und dabei stets rück­ge­bun­den an das „umfang­rei­che und stets inter­es­san­te Mate­ri­al.“ Und zur fach­in­halt­li­chen Grund­la­ge des mBooks merk­te er an, es sei sehr über­zeu­gend, „in welch hohen Maße das Werk den gegen­wär­ti­gen Stand der For­schung wider­spie­gelt.“
 

Ein­gangs der Lau­da­tio auf das mBook hat­te Prof. Pohl sein Ide­al­bild eines wirk­lich guten Schul­buchs geschil­dert: Er träu­me, so Pohl, von einem Werk, „das er lie­ben könn­te, das zum Lesen und Arbei­ten reizt und doch ernst­haft und wis­sen­schafts­nah ist“, das „alle for­ma­len Kri­te­ri­en erfüllt“ und trotz­dem „ganz unein­ge­engt neue Ide­en gene­riert“, das „neue Tech­ni­ken nutzt, […] sich ihnen jedoch nicht unter­wirft, […] das Krea­ti­vi­tät för­dert und Spaß macht“. Und Pohl been­de­te sei­ne Schil­de­rung mit dem Bekennt­nis, das mBook kom­me sei­nen „Träu­men sehr nahe“.
Ins­ge­samt schla­ge die­ses digi­tal-mul­ti­me­dia­le Werk “eine Brü­cke zwi­schen dem klas­si­schen Schul­buch und der digi­ta­len Welt” und sei gera­de dafür in beson­de­rer Wei­se zu ehren.
 

Brü­cke zwi­schen dem klas­si­schen Schul­buch und der digi­ta­len Welt

Damit fin­det die jah­re­lan­ge kon­zen­trier­te und kon­zer­tier­te Arbeit des Insti­tuts für digi­ta­les Ler­nen eine ver­dien­te Wür­di­gung – eine Arbeit, die sich dadurch aus­zeich­net, dass sie im Pro­zess der Buch­ge­stal­tung Inhal­te, didak­ti­sche Kon­zep­te, media­le Krea­tio­nen und tech­ni­sche Umset­zun­gen zusam­men­führt, statt die Schul­buch­ele­men­te schon im Erstel­lungs­vor­gang von­ein­an­der zu sepa­rie­ren und folg­lich eher addi­tiv zu behan­deln. Die Sum­me von Ein­zel­tei­len ergibt – wie Schul­buch­ana­ly­sen zei­gen – kein kohä­ren­tes Schul­buch, und inko­hä­ren­te Schul­bü­cher kön­nen den unter­richt­li­chen Denk­pro­zess auch nur begrenzt oder gar nicht vor­an­brin­gen.

Das mBook – Bei­spiel für eine digi­ta­le Inku­na­bel?

Das mBook ist das ers­te all­tags­taug­li­che, auf prak­ti­sche Unter­richts­be­dürf­nis­se und schu­li­sche Orga­ni­sa­ti­ons­her­aus­for­de­run­gen abge­stimm­te Werk, das in der Lage ist, einen digi­ta­len Mehr­wert zu erschlie­ßen. Kann sein, dass wir mit die­sem Buch eines jener sel­te­nen Mus­ter vor uns haben, die über län­ge­re Zeit in der Lage sind, stan­dard­set­zend zu wir­ken.

Publi­zie­ren wis­sen­schaft­li­cher Arbei­ten — von den Gren­zen des Ana­lo­gen und den Poten­tia­len des Digi­ta­len.

Gera­de habe ich mei­ne Dok­tor­ar­beit mit dem Titel “Das mul­ti­me­dia­le Schul­buch (mBook) — von der Theo­rie in die Pra­xis:
Kon­zep­ti­on, Pro­duk­ti­on und empi­ri­sche Über­prü­fung eines mul­ti­me­dia­len Geschichts­schul­buchs” abge­schlos­sen.
Und jetzt ste­he ich, welch imper­ti­nen­te ‘Über­ra­schung’, vor dem glei­chen Pro­blem wie Genera­tio­nen von Dok­to­ran­den vor mir: ohne Publi­ka­ti­on kein schi­cker Titel.
Um die­se, den Dok­to­ran­den schwer belas­ten­de Tat­sa­che her­um hat sich in den letz­ten Jahr­zehn­ten eine Ver­lags­in­dus­trie gebil­det, die mit die­ser letz­ten Hür­de vor der wis­sen­schaft­li­chen Wei­he Geld ver­dient. Die Ange­bo­te rei­chen von renom­miert (De Gru­y­ter etc.) bis belä­chelt (Shaker Ver­lag etc.). Der Ver­lag über­nimmt dabei Druck und Ver­trieb der Bücher. Soviel zu den Vor­tei­len.
Die Lis­te der Ein­schrän­kun­gen und Nach­tei­le die­ses Sys­tems liest sich (in der Regel) deut­lich län­ger.
Der Ver­lag
 — küm­mert sich nicht um den Satz,
 — führt kein Lek­to­rat durch,
 — begut­ach­tet den Inhalt nicht,
 — druckt nor­ma­ler­wei­se nur sehr klei­ne Auf­la­gen (um die 150 Stück),
 — ver­langt einen hohen Druck­kos­ten­zu­schuss (etwa 1.000 – 4.000€),
 — sichert sich exklu­si­ve Rech­te am Werk,
 — führt kaum oder kei­ne Wer­be­maß­nah­men durch.
Also zusam­men­fas­send: Als Autor schreibt, setzt und redi­giert man, bezahlt dann einen vier­stel­li­gen Betrag, um dar­auf­hin so gut wie kei­ne Reich­wei­te oder Sicht­bar­keit zu bekom­men und muss im Anschluss (meist erfolg­los) bet­teln, wenn man einen Aus­zug sei­nes eige­nen Werks an einer ande­ren Stel­le ver­öf­fent­li­chen möch­te.
Da drängt sich die Fra­ge auf, war­um die­ses Sys­tem immer noch funk­tio­niert, und war­um nicht fast alle Dok­to­ran­den ihr Werk kos­ten­los (sogar mit einer Opti­on auf Gewinn statt garan­tier­tem Ver­lust), ein­fach, schnell und mit poten­ti­ell sehr hoher Reich­wei­te online publi­zie­ren.
Mei­ne Ant­wort dar­auf: ana­chro­nis­ti­sche Sen­ti­men­ta­li­tä­ten mit einer ordent­li­chen Pri­se Stan­des­dün­kel. Frei nach dem Mot­to: “Ich möch­te mein Werk aber im (meist sehr lieb­los gestal­te­ten) Umschlag eines renom­mier­ten Ver­lags sehen. Das hebt mein Pres­ti­ge als Wis­sen­schaft­ler”.
Die­se Ant­wort (und welch ande­re Ant­wort könn­te es mit Blick auf die Nach­tei­le sonst noch geben?) spie­gelt sehr deut­lich die Rück­stän­dig­keit unse­rer Bil­dungs- und Wis­sen­schafts­land­schaft wie­der. Nicht Inhal­te, son­dern die Tra­di­ti­on von Anstal­ten und die Abzei­chen von Eli­ten zeu­gen von ‘Qua­li­tät’.
Die oben beschrie­be­ne ‘Ver­öf­fent­li­chungs­stra­te­gie’ fin­det man auch bei der Publi­ka­ti­on von For­schungs­er­geb­nis­sen, zum Bei­spiel in DFG-Pro­jek­ten etc. Die Ergeb­nis­se sol­len nach Vor­ga­ben der Dritt­mit­tel­ge­ber oft­mals ohne Log­in und Kos­ten (Open Access) der All­ge­mein­heit zur Ver­fü­gung gestellt wer­den. Nichts leich­ter als das, wür­de man den­ken. Man lade die PDF oder das ePub ein­fach auf die Pro­jekt­sei­te und schon ist die Open-Access-Publi­ka­ti­on getä­tigt.
Alter­na­tiv könn­te man sich auch an einen Ver­lag wen­den, der dann in etwa fol­gen­de Argu­men­ta­ti­on vor­legt:
“Wenn das Werk Open Access ange­bo­ten wer­den soll, dann ver­kau­fen wir natür­lich kaum mehr oder sogar kei­ne gedruck­ten Bücher mehr. Das bedeu­tet, dass der ‘Druck­kos­ten­zu­schuss’ noch ein­mal deut­lich höher aus­fal­len muss. Wir bie­ten dafür eine PDF auf der Sei­te unse­res Ver­la­ges, die lei­der einen deut­lich 4‑stelligen Betrag als ‘Druck­kos­ten­zu­schuss’ erfor­der­lich macht. Satz und Redak­ti­on sind selbst­ver­ständ­lich vom Auf­trag­ge­ber zu über­neh­men.”
Es bleibt zu hof­fen, dass die­se Logi­ken bald von allen Betei­lig­ten als das erkannt wer­den, was sie sind: teue­re und ana­chro­nis­ti­sche Denk­wei­sen aus einem ver­gan­ge­nem Jahr­tau­send.
Die durch ein Umden­ken frei wer­den­den Res­sour­cen könn­ten in einem wei­te­ren Schritt mög­li­cher­wei­se sogar sinn­voll für zum Bei­spiel wis­sen­schaft­li­che Nach­wuchs­för­de­rung genutzt wer­den.

Haus­mit­tei­lung: Das Insti­tut für digi­ta­les Ler­nen auf der Leip­zi­ger Buch­mes­se 2016

Haus­mit­tei­lung: Das Insti­tut für digi­ta­les Ler­nen auf der Leip­zi­ger Buch­mes­se 2016

Vom mBook schon gehört, aber noch nie gese­hen? Über den Muse­ums­füh­rer mGui­de schon gele­sen, aber noch kei­ne genaue Vor­stel­lung von Auf­bau und Wir­kungs­wei­se? Gera­de mit einem span­nen­den wis­sen­schaft­li­chen Pro­jekt begon­nen, aber kei­ne gute Idee, wie man Ergeb­nis­se im digi­ta­len Zeit­al­ter auf­be­rei­tet und wirk­sam ver­öf­fent­licht?

Das Insti­tut für digi­ta­les Ler­nen ist in die­sem Jahr mit einem eige­nen Stand auf der Leip­zi­ger Buch­mes­se ver­tre­ten. Sie haben also die Gele­gen­heit, über digi­tal-mul­ti­me­dia­le Lehr- und Lern­mit­tel, Muse­ums-Apps und digi­ta­le Wis­sen­schafts­kom­mu­ni­ka­ti­on mit uns zu spre­chen.

Das Insti­tut für digi­ta­les Ler­nen ist von der Jury der Platt­form Neu­land 2.0 als eines von 15 Star­tups aus­ge­wählt wor­den, sich auf der Leip­zi­ger Buch­mes­se als Teil der jun­gen und inno­va­ti­ven Digi­tal­sze­ne im Ver­lags- und Bil­dungs­be­reich zu prä­sen­tie­ren.

Wenn Sie also bes­se­ren, erfolg­rei­che­ren und ein­fa­cher vor­zu­be­rei­ten­den Unter­richt mit digi­ta­len Schul­bü­chern hal­ten wol­len, wenn Sie Ihr Museum/ Ihre Aus­stel­lun­gen end­lich öffent­lich sicht­bar machen wol­len, und wenn es Sie auch stört, dass Ihre wis­sen­schaft­li­che Arbeit nur eine gerin­ge öffent­li­che Wahr­neh­mung hat, dann las­sen Sie uns über Lösun­gen reden.

Besu­chen Sie uns am 18. und 19. März 2016 auf der Leip­zi­ger Buch­mes­se in der Hal­le 5 und spre­chen Sie mit uns über Ihre Vor­stel­lun­gen digi­ta­ler Zukunft.

„And the win­ner is … das mBook.“

And the win­ner is … das mBook.“

Das mBook des Insti­tuts für digi­ta­les Ler­nen hat den eBook Award 2015 gewon­nen, der auf der Frank­fur­ter Buch­mes­se ver­ge­ben wird. Damit schließt sich für die Initia­to­ren und Mit­ar­bei­ter die­ses Pro­jekts zunächst ein Kreis, der von den ers­ten Pro­jket­ide­en, über deren Rea­li­sie­rung im Pro­dukt und des­sen Imple­men­tie­rung in den schu­li­schen All­tag bis zur öffent­li­chen Aner­ken­nung reicht. Im Früh­jahr war das mBook bereits für den auf der Leip­zi­ger Buch­mes­se ver­ge­be­nen Preis „Schul­buch des Jah­res“ des Georg-Eckert-Insti­tuts nomi­niert.

Inno­va­ti­on in Schu­len ist mög­lich
Reflek­tiert man nun mit Blick auf die brei­te öffent­li­che Aner­ken­nung des mBooks und sei­nen Erfolg bei Leh­rern wie Schü­lern den Weg und die bestim­men­den Fak­to­ren die­ses Pro­jekts, las­sen sich Schlüs­se für die Zukunft zie­hen.
Zum einen zeigt sich, wie groß das Bedürf­nis nach einer Wei­ter­ent­wick­lung der Lehr- und Lern­mit­tel auf allen Ebe­nen ist: Die Nut­zer (Schü­ler und Leh­rer) wol­len Schul­bü­cher, deren inhalt­li­che Argu­men­ta­tio­nen vom Para­dig­ma der Kom­pe­tenz­ori­en­tie­rung getra­gen wer­den. Sie wol­len neue Fra­gen stel­len und sich auf den Weg nach eige­nen Erkennt­nis­sen machen. Sie wol­len die weit­ge­hend anre­gungs­frei­en und her­aus­for­de­rungs­lo­sen, bis zum Über­druss bekann­ten Dar­stel­lungs­kon­ven­tio­nen ana­lo­ger Schul­bü­cher hin­ter sich las­sen. Sie schät­zen moder­nes Gra­fik­de­sign und digi­ta­le Arbeits­mit­tel. Sie suchen nach einer zeit­ge­mä­ßen Medi­en­päd­ago­gik, die nicht im Tro­cken­schwim­men schlecht gemach­ter ‚Inter­net­füh­rer­schei­ne’ hän­gen bleibt, son­dern es ermög­licht, den Umgang mit (digi­ta­len) Medi­en an Inhal­ten zu erler­nen und anzu­wen­den.

All­tags­taug­lich­keit statt Test-Pro­jek­te
Die Nut­zer wol­len end­lich die Pha­se ver­ein­zel­ter, zeit­lich wie räum­lich begrenz­ter Test­mo­du­le und Pro­jekt­chen hin­ter sich las­sen und all­tags­taug­li­che, mit den Aus­stat­tungs­si­tua­tio­nen der Schu­len kom­pa­ti­ble Leit­me­di­en zum Ein­satz brin­gen, die einen lehr­plan­ba­sier­ten Unter­richt über gan­ze Schul­jah­re tra­gen.
Sie ver­lan­gen, dass Fach­wis­sen­schaft­ler, Bil­dungs­for­scher, Schul­ver­wal­tun­gen und Bil­dungs­me­di­en­pro­du­zen­ten ihre geis­ti­ge Klein­staa­te­rei auf­ge­ben und end­lich im Diens­te der Unter­richts- und Schul­ent­wick­lung mit ihnen zusam­men­ar­bei­ten. Statt sich klamm­heim­lich von der Kom­pe­tenz­ori­en­tie­rung zu ver­ab­schie­den[1], soll­ten alle Betei­lig­ten end­lich die Chan­cen der digi­ta­len Revo­lu­ti­on sehen und anfan­gen, sie zu gestal­ten. Nur dann wer­den sie Erfolg haben – zusam­men und jeder für sich.

mBook als Motor der Unter­richts­ent­wick­lung
Die For­de­run­gen von Leh­rern und Schü­lern sind Teil der mBook-Kon­zep­ti­on und das Insti­tut für digi­ta­les Ler­nen (IdL) hat sich auf den Weg gemacht, sie umzu­set­zen. Dabei behaup­ten wir nicht, das „idea­le Schul­buch“ (J. Rüsen) ent­deckt zu haben; wor­auf alle Autoren, Didak­ti­ker, Lay­ou­ter, Gra­fi­ker, Infor­ma­ti­ker und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stra­te­gen des IdL aber in der Tat stolz sein kön­nen ist, dass sie – gegen manch­mal erheb­li­che Wider­stän­de – ers­te Pfa­de gelegt haben, auf denen man wei­ter­ge­hen kann.
Die didak­ti­schen Ver­bes­se­run­gen und Syn­er­gie­ef­fek­te, orga­ni­sa­to­ri­schen Erleich­te­run­gen und Hebel­wir­kun­gen des mBooks im All­tag sind groß. So reflek­tie­ren es Schü­ler und Leh­rer. Nur drei Bei­spie­le: Ein mul­ti­me­dia­les Schul­buch­an­ge­bot zu haben, das reich­lich Mög­lich­kei­ten für Erwei­te­run­gen und Ver­tie­fun­gen bie­tet und die tag­täg­li­che Jagd nach wenigs­tens halb­wegs pas­sen­den Mate­ria­li­en sowie Pro­jek­ti­ons- und Hal­te­rungs­ge­rä­ten im Schul­all­tag deut­lich abmil­dert, schafft erheb­li­che orga­ni­sa­to­ri­sche Erleich­te­run­gen. Dar­über hin­aus ent­ste­hen Ver­bes­se­run­gen und Syn­er­gie­ef­fek­te im Ler­nen: Bild­li­che und text­li­che Nar­ra­tio­nen las­sen sich mit­ein­an­der ver­glei­chen, Mul­ti­per­spek­ti­vi­tät kann end­lich auch anhand des Lehr und Lern­ma­te­ri­als auf­ge­zeigt wer­den, Aus­wahl­ent­schei­dun­gen wer­den trans­pa­rent. Die Hebel­wir­kun­gen des mBooks sind eben­falls deut­lich zu sehen, etwa, wenn sich Schu­len mit För­der­ver­ei­nen und Schul­trä­gern auf den Weg machen, tech­ni­sche Aus­stat­tun­gen zu ver­bes­sern, weil sie jetzt wis­sen wofür.[2] Der umge­kehr­te Weg, erst Tech­nik, dann die Fra­ge nach dem Inhalt, ist sinn­los. Lei­der wur­de gera­de die­ser Weg in der Ver­gan­gen­heit nur all zu oft beschrit­ten und das hat bei Leh­rern und Schü­lern immer wie­der zu Ent­mu­ti­gun­gen geführt und vie­le sinn­vol­le Ide­en unnö­tig des­avou­iert.

Books in Brow­ser als Zukunfts­mo­dell
Die Jury des ebook-Awards weist auf die fle­xi­blen Mög­lich­kei­ten der tech­ni­schen Umset­zung des mBooks hin: „Basie­rend auf einem ela­bo­rier­ten didak­ti­schen Kon­zept wur­den die Lehr­plan-Inhal­te in tex­tu­el­ler Dar­stel­lung zusam­men mit mul­ti­me­dia­len Ergän­zun­gen, Lern­ma­te­ria­li­en, Ori­gi­nal­quel­len und Arbeits­auf­ga­ben kom­bi­niert und über eine eigens ent­wi­ckel­te Web-Anwen­dung ver­füg­bar gemacht.“[3] Der Books-in-Brow­ser-Ansatz ist gera­de für die Schu­len eine attrak­ti­ve Mög­lich­keit, trotz unter­schied­li­cher tech­ni­scher Vor­aus­set­zun­gen die digi­ta­le Welt sinn­voll zu nut­zen. Es braucht kei­ne spe­zi­el­len Lese­ge­rä­te, Soft­ware­vor­aus­set­zun­gen oder Gerä­te­ty­pen. Das mBook funk­tio­niert auf jedem Gerät, das über einen Brow­ser ver­fügt. Es lässt sich online und off­line nut­zen. Es bie­tet idea­le Mög­lich­kei­ten zur Inte­gra­ti­on unter­schied­li­cher media­ler Nar­ra­tio­nen und lässt sich mit Blick auf die Hand­ha­bung so nied­rig­schwel­lig gestal­ten, dass tech­nik­fer­ne­re Nut­zer sehr schnell dazu bewo­gen wer­den kön­nen, es in ihre Arbeits­vor­gän­ge zu inte­grie­ren.
Die­ser tech­ni­sche Ansatz ist nicht zuletzt für die Buch­bran­che ins­ge­samt attrak­tiv. Auch grö­ße­re Publi­kums­ver­la­ge kämp­fen nicht sel­ten mit ähn­li­chen oder sogar mit den glei­chen Pro­ble­men wie die Schu­len. Noch Ende des letz­ten Jah­res konn­te man von Kol­le­gen wäh­rend der E‑publish auf die Fra­ge, war­um der Books-in-Brow­ser-Ansatz ange­sichts der viel­fäl­ti­gen ästhe­ti­schen Ein­schrän­kun­gen und Kom­pa­ti­bi­li­täts­pro­ble­me im E‑Re­ader-Bereich nicht viel offen­si­ver genutzt wird, die ver­wirr­te Ant­wort bekom­men: „Ja, aber dann ist es ja kein Buch mehr.“ Nur, so mei­ne Nach­fra­gen: Ist es wirk­lich not­wen­dig, ana­lo­ge Stan­dards der Buch­de­fi­ni­ti­on mit digi­ta­len Mit­teln nach­zu­bil­den? War­um und für wen soll­te man das machen? Und ist die­ses Fest­hal­ten an ana­lo­gen Stan­dards tat­säch­lich die Grund­la­ge für bes­se­re Geschäf­te in der (digi­ta­len) Buch­bran­che?

Fazit: Die digi­ta­le Buch­welt erfor­dert ernst­haf­te Refor­men in der Orga­ni­sa­ti­on von Buch­pro­duk­ti­on und ‑imple­men­tie­rung
Eini­ge Kol­le­gen der Buch­bran­che dis­ku­tier­ten wäh­rend der letz­ten E‑publish in Ber­lin die Fra­ge, ob man den Absatz digi­ta­ler Bücher nicht mit tra­di­tio­nel­len Wer­be­maß­nah­men ankur­beln könn­te. So wur­de u.a. auch ein But­ton ins Spiel gebracht, der die Bot­schaft „Con­tent insi­de“ an die Leser brin­gen soll­te.[4]
So merk­wür­dig sol­che Ide­en zunächst erschei­nen, sie ver­wei­sen auf ein Pro­blem, das nicht nur der Schul­buch­be­reich hat: das sek­to­ra­le Den­ken. Die Berei­che Inhalts­pro­duk­ti­on, Ver­trieb, Wer­bung und Kun­den­be­treu­ung arbei­ten struk­tu­rell nicht so kon­se­quent und dau­er­haft zusam­men wie es nötig wäre, um blei­ben­den Markt­er­folg zu haben.
Digi­ta­li­tät ist jedoch nicht nur eine Tech­nik, die für jeden Betei­lig­ten bestimm­te Ände­run­gen an Arbeits­mit­teln und Arbeits­wei­sen her­vor­bringt; Digi­ta­li­tät führt zu einer Revo­lu­ti­on all unse­rer Lebens­voll­zü­ge. Und die­se Revo­lu­ti­on bringt es mit sich, dass die Medi­en­welt ver­netz­ter, kom­mu­ni­ka­ti­ver, syn­er­ge­ti­scher, kol­lek­ti­ver, trans­pa­ren­ter und direk­ter wird. Dar­aus folgt, dass der Kon­takt von Autoren, Ver­lags­mit­ar­bei­tern, Buch­händ­lern und Nut­zern enger sein muss und jeder für den Bereich des ande­ren mit­ver­ant­wort­lich ist. Ins­be­son­de­re im Schul­buch­be­reich soll­ten die Akteu­re sich noch kla­rer machen, dass „eine kun­den­ori­en­tier­te Pro­dukt­ent­wick­lung und Markt­be­ar­bei­tung […] in dyna­mi­schen Käu­fer­märk­ten eine Selbst­ver­ständ­lich­keit“ wer­den muss. „Dies reflek­tie­ren auch ein­schlä­gi­ge Ent­wick­lungs­me­tho­den wie das Design Thin­king und der Human Cen­te­red Design Pro­cess. Im Kon­text der Digi­ta­li­sie­rung von Medi­en­pro­duk­ten rückt ange­sichts der ver­hal­te­nen Zah­lungs­be­reit­schaft ein Teil­as­pekt in der Vor­der­grund: der (wahr­ge­nom­me­ne) Pro­dukt­nut­zen. Nur wenn der Pro­dukt­nut­zen höher als bei kos­ten­lo­sen Ange­bo­ten wahr­ge­nom­men wird, ent­steht eine Zah­lungs­be­reit­schaft.“[5]
Medi­en­kon­ver­genz ist eben kei­ne tech­ni­sche Fra­ge allein, sie hat erheb­li­che Wir­kun­gen auf Pro­duk­ti­ons­or­ga­ni­sa­ti­on, Berufs­feld­de­fi­ni­ti­on und Medi­en­kom­mu­ni­ka­ti­on. In die Arbeit am mBook-Pro­jekt des Insti­tuts für digi­ta­les Ler­nen sind vie­le die­ser Aspek­te bereits ein­be­zo­gen wor­den, und des­halb ist es so inno­va­tiv.

[1] Hell­muth, Tho­mas: Über Kom­pe­ten­zen – oder doch eher: Wie wär’s mit Bil­dung?, in: Public Histo­ry Wee­kly 3 (2015) 27DOI:dx.doi.org/10.1515/phw-2015 – 4536.
[2] Sie­he dazu etwa fol­gen­de Infor­ma­tio­nen: http://xn--institut-fr-digitales-lernen-b7c.de/startseite/presse/ [18.10.2015] sowie Mar­cus Ventz­ke und Ber­na­det­te Thie­len, NRW 4.0: Ent­wick­lung und Erpro­bung digi­ta­ler Schul­bü­cher – Das Bei­spiel mBook NRW, in: Schu­le NRW. Amts­blatt des Minis­te­ri­ums für Schu­le und Wei­ter­bil­dung, 67 Jg., Nr. 3 (2015), S. 113 – 115.
[3] http://www.buchreport.de/nachrichten/online/online_nachricht/datum/2015/10/15/digitale-impulse-kommen-von-aussen.htm [17.10.2015].
[4] http://www.swop-exchange.de/konferenzen/epublish-2014/kongress/programm.html?programmid=602 [18.10.2015].
[5] Okke Schlü­ter, WS-04 Bene­fit Publi­shing – Letzt­lich ver­le­gen wir Kun­den­nut­zen (E‑Publish 2014, 06.11.2014, in: http://www.swop-exchange.de/konferenzen/epublish-2014/kongress/programm.html?programmid=591 [18.10.2015].

Bericht­erstat­tung

http://blogs.faz.net/buchmesse/2015/10/15/so-schlecht-geht-es-den-e-books-gar-nicht-685/

http://www.donaukurier.de/lokales/kurzmeldungen/eichstaett/Eichstaett-E-Book-Award-geht-nach-Eichstaett;art74356,3135048

http://www.buchreport.de/nachrichten/online/online_nachricht/datum/2015/10/15/digitale-impulse-kommen-von-aussen.htm

http://www.boersenblatt.net/artikel-elektronisches_auf_der_buchmesse.1037239.html

http://www.dpc-consulting.org/angekommen-in-digitalien-der-zweite-deutsche-ebook-award-auf-der-fbm15/

http://www.ku.de/presse/pi/einzelansicht/article/mbook-geschichte-erhaelt-deutschen-ebook-award/